Zu Beginn begrüßte Frau Löbbering die Seminargruppe und stellte die Schule, ihr Konzept sowie die Struktur des Trägers vor. Anschließend hospitierten die Teilnehmenden in zwei dritten Klassen im Mathematikunterricht. Thematischer Schwerpunkt der Stunden war „Geld“ mit besonderem Fokus auf die Addition von Geldbeträgen.
In der anschließenden Auswertung wurden Eindrücke gesammelt und reflektiert. Besonders hervorgehoben wurde, dass der Unterricht im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (ESE) nicht zieldifferent angelegt ist, sondern sich eng an den Kompetenzerwartungen der Grundschule orientiert. Die Lehramtsanwärter*innen stellten fest, dass die Schüler*innen im kleinen, stark betreuten Setting deutlich weniger auffällig wirkten als im Vorfeld erwartet. Auffällig positiv wurde zudem die konsequente wertschätzende Haltung gegenüber allen Kindern beschrieben: Positive Verstärkung, Feedback- und Belohnungssysteme nach jeder Stunde sowie ein respektvolles Miteinander prägen das Unterrichts- und Schulklima.
Als besonders eindrücklich wurde wahrgenommen, dass Individualität als Normalität verstanden und von allen Beteiligten akzeptiert wird. Regeln werden eng an den Bedürfnissen der Schüler*innen ausgerichtet (z. B. erlaubtes Kaugummikauen), wodurch ein kindgerechter und beziehungsorientierter Unterricht entsteht. Insgesamt wurde das Klassenklima als vergleichbar mit dem an Regelschulen beschrieben, auch wenn einzelne Ausnahmen stärker hervortreten können. Mehrfach wurde betont, dass die Schule für manche Kinder eine passgenauere Lernumgebung darstellt als eine inklusive Beschulung in großen Regelschulklassen. Die Eylardus-Schule wird dabei als „Durchgangsschule“ verstanden, die Schüler*innen stabilisiert und auf weitere Bildungswege vorbereitet.
Im weiteren Verlauf fand ein Austausch mit Schulleiter Volker Pricker statt. Thematisiert wurden unter anderem das Aufnahmeverfahren, der Umgang mit Extremfällen und Regelverstößen, der Schulalltag sowie die weiteren Bildungswege der Schüler*innen. Auch Fragen zu Einstellungsverfahren und beruflichen Werdegängen von Lehrkräften im ESE-Bereich konnten geklärt werden. Eine abschließende Fragerunde mit Anke Löbbering, Koordinatorin Außenstelle Primarbereich, rundete den Besuch ab.
Die Lehramtsanwärter*innen und die Fachseminarleiterin Viktoria Stroot bewerteten insbesondere den offenen Austausch mit den Verantwortlichen als sehr gewinnbringend. Neben fachlichen Einblicken wurde auch die herzliche Aufnahme und Verpflegung durch die Schule dankbar hervorgehoben.
Das Matheseminar bedankt sich herzlich bei der Eylardus-Schule für die wertvollen Einblicke in die pädagogische Arbeit sowie für den kollegialen Austausch und hofft auf ein baldiges Wiedersehen.
